EU fördert Kirchenglockenforschung
January 18 2009, 11:48pm
Ich sitze ahnungslos vor einer Sendung von “genial daneben“, eine Wiederholung einer Sendung aus den Vorjahren wurde gestern auf puls4 ausgestrahlt. Und da kommt folgende Frage: “Warum läuten in Kempten seit dem 15.Februar 2006 ununterbrochen mehrere Kirchenglocken?” Das lässt mich natürlich aufhorchen. Es stellt sich heraus - das Rateteam war chancenlos -, dass in ein dort ansässiges, von der Europäischen Union gefördertes ”Europäisches Kompetenzzentrum für Glocken” unter dem Namen “Probell” Forschungen betreibt. In der Projektbeschreibung von Probell steht “Church bells are both musical instruments strongly connected to the European culture and technical structures exposed to severe loading conditions during ringing.” Und so beschäftigt sich dieses Projekt seit mehreren Jahren mit der Verschleißforschung von - wohlgemerkt - europäischen Kirchenglocken. Der Grund für den Forschungsbedarf ist evident: Wie die Deutsche Welle berichtete, sind “in den letzten 60 Jahren mehr Kirchenglocken kaputtgegangen als in den 600 Jahren zuvor.” Das schreit nach Forschungsgeldern und zwar europaweit! Das schlägt natürlich diverse EU-Geschichten wie Bananen- und Gurkenkrümmungen um Längen. Ich hätte einen billigeren Vorschlag: ein europaweites Glockenläutverbot. Ich fürchte aber, meine Idee wird man auch auf dem am 28. und 29. April 2009 stattfindenden Internationalen Glockensymposium in der Hochschule Kempten nicht aufgreifen. Dort werden nämlich “die Ergebnisse aus dem Europäischen Forschungsprojekt Probell präsentiert und diskutiert. Dazu sind besonders die Vertreter und die Glockensachverständigen der Kirchen eingeladen.” Da hab ich natürlich keine Chance gehört zu werden.
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Via: http://www.supernature.at/2009/01/18/eu-fordert-kirchenglockenforschung/

