Die Buskampagne und der fromme Wunsch der Erzdiözese
July 15 2009, 3:17pm
Der Standard berichtet über die am 16. Juli startende atheistische “City-Light-Kampagne”. In dem Artikel kommt, neben Auszügen aus eine Presseaussendung der Initiatoren, Erich Leitenberger, Sprecher der Erzdiözese Wien zu Wort. Dieser kann sich schwer vorstellen, dass ” solche Werbung Spuren hinterlässt, sagte Leitenberger. Schließlich scheine die Zahl der “überzeugten Atheisten” zu schrumpfen, während Religion in jüngster Zeit wieder eine zentralere Rolle einnehme.” Mal abgesehen davon dass mir vollkommen neu ist, dass es sich bei der Kampagne um einen Missionierungsversuch handelt, scheinen die Behauptungen Leitenbergers nicht gerade auf empirischen Fakten zu basieren. Denn wie “Die Presse” erst gestern berichtete, hat die “Europäische Wertestudie 2008″ eine völlig gegensätzliche Entwicklung festgestellt. Die Zahl der bekennenden Atheisten hat sich innerhalb der letzten 10 Jahre auf immerhin 4 % verdoppelt. Während noch 79 Prozent der Bevölkerung angeben religiös zu sein, nimmt bricht die Schäfchen (und was für Metaphern andere Religionen eben haben)-Quote vor allem bei den bis zu 30-jährigen ein. 2009 sagen nur noch 43 Prozent von sich, religiös zu sein. Vor zehn Jahren waren es noch 66 Prozent. Auch und gerade in der letzten Bastion des in Österreich dominanten Katholizismus, dem sogenannten ländlichen Raum, sei laut der Studie eine zunehmende “Entkirchlichung” zu beobachten. Sollte Leitenberger nicht von Gott selbst Einsicht in höhere, die Wissenschaft ausstechende Wahrheit bekommen haben, so bleibt seine Behauptung wohl ein frommer Wunsch.
Via: http://www.supernature.at/2009/07/15/die-buskampagne-und-der-fromme-wunsch-der-erzdiozese/

