Linzerschnitte - tagged with gwup http://linzerschnitte.at/feed en-us http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sweetcron michael.kamleitner@gmail.com Nein, Homöopathie heilt keine “ernsten Krankheiten” … http://linzerschnitte.at/items/view/16845/nein-homoopathie-heilt-keine-ernsten-krankheiten

Wer hätte das gedacht? Die berüchtigte Apotheken Umschau (die es sogar zu einem Psiram-Eintrag gebracht hat) muss in einer eigenen Umfrage zur Kenntnis nehmen, dass 56 Prozent ihrer Homepage-Besucher Homöopathie für eine “reine Glaubenssache” halten (von 6713 Stimmen). Wohl nur so sind die ungewöhnlichen Einschränkungen zu erklären, die in einem redaktionellen Beitrag zur “Kraft der Kügelchen” mitschwingen: Manche Menschen schwören auf die Heilkraft der homöopathischen Tropfen und Globuli. Kritiker bezweifeln hingegen den Nutzen dieser alternativen Heilmethode [...] Fragen Sie zuvor unbedingt ihren Arzt, ob die Homöopathie in Ihrem Fall infrage kommt! Auch hinter vermeintlich harmlosen Beschwerden können sich ernste Krankheiten verbergen. Die alternative Heilmethode stößt dann oft an ihre Grenzen. Sie kann eine schulmedizische Therapie begleiten, aber häufig nicht ersetzen.” Na sowas. Üblicherweise pflegt das kostenlose Apothekenmagazin die Nonsens-Methode als “gleichwertig neben der evidenzbasierten Medizin” darzustellen, schreibt Psiram. Apropos gleichwertig: Dr. Norbert Aust vom Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie hat sich mal das Reizthema Homöopathie bei der Behandlung von Krebs” näher angesehen. Sein Fazit: Es gibt nicht eine placebokontrollierte Studie zur homöopathischen Behandlung von Krebs.” Tja, da kann man schon irgendwie verstehen, dass Homöopathie-Verfechtern nichts anderes mehr übrig bleibt, als in einer Diskussion einfach ohne Luft zu holen drauflos zu salbadern und kritische Fragen in einem Endlos-Wortschwall zu ersticken. So gerade gehört im SWR2-Forum “Hokuspokus Homöopathie?” mit Dr. Christian Weymayr und Prof. Robert Jütte. Zum Weiterlesen:

Hokuspokus Homöopathie? SWR2-Forum am 7. Juni 2013 (hier zum Nachhören) Homöopathie bei der Behandlung von Krebs, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 9. Juni 2013 Gesamtschau der Studien zur Homöopathie, Detritus am 27. April 2013 Gefühllose Schaben und Typhus: Homöopathie zwischen Komödie und Tragödie, GWUP-Blog am 27. Mai 2013 Ist die Wirksamkeit der Homöopathie endlich wissenschaftlich bestätigt? Oder: Heilt Homöopathie Krebs? skeptiker.ch am 24. April 2013

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Wed, 12 Jun 2013 00:04:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16845/nein-homoopathie-heilt-keine-ernsten-krankheiten
Skepkon 2013: Pseudoverfahren in der Allergologie http://linzerschnitte.at/items/view/16844/skepkon-2013-pseudoverfahren-in-der-allergologie

Wenn in den Medien von unseriöser Allergiediagnostik die Rede ist, dann geht es meistens um die Bestimmung von IgG-Antikörpern, mit denen manche Anbieter Patienten mit Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten ködern. Allerdings sind Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten nicht dasselbe – und eine IgG-Produktion gegenüber Nahrungsmittelproteinen gehört zur normalen Immunantwort und hat keinerlei Krankheitswert. Aus diesem Grund bezeichnet das Deutsche Ärzteblatt die IgG-Diagnostik mit Nahrungsmitteln als “ohne Nutzen”. Doch “zum Leidwesen vieler Allergologen” (DocCheck) wird nicht nur für IgG-Tests zum Teil aggressiv geworben. Auch eine ganze Reihe weiterer pseudomedizinischer Diagnostik- und Therapiemethoden suggerieren Allergiepatienten einen Vorteil gegenüber bewährten Verfahren. Was es damit auf sich hat, darüber referierte Prof. Johannes Ring bei der Skepkon 2013.

Ring ist Inhaber des Lehrstuhls für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum der TU München. Davor arbeitete er unter anderem als klinischer Oberarzt und Leiter der Allergieabteilung an der Hautklinik der LMU München und war Direktor der Universitäts-Hautklinik und Allergieabteilung am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf. Der praktizierende Allergologe verbringt einen Großteil seiner Zeit mit Debatten über Für und Wider von unkonventionellen Methoden”, sagte Ring bei seinem Konferenzvortrag. Der Allergie-Experte machte dafür unter anderem “die Sehnsucht nach Wundern” verantwortlich, aber auch mangelnde Reflexionsfähigkeit, wie sie sich beispielhaft in dem Satz “Wer heilt, hat recht” ausdrücke. Die Aussage “Wer heilt, hat recht” sei ebenso unsinnig wie “Wer gewinnt, ist schön”. “Scheuklappendenken” liege einem Arzt, der auf dem Boden der Wissenschaft steht, indes völlig fern, stellte Ring klar. Daher hätten er und seine Fachkollegen neben klassischen klinischen Studien eine Reihe von sorgfältig angelegten Plazebo-kontrollierten Doppelblindstudien zu verschiedenen „unkonventionellen Verfahren” selbst durchgeführt oder analysiert. Unter anderem erhoben Ring et al. die “Inanspruchnahme alternativer diagnostischer und therapeutischer Verfahren bei allergischen Erkrankungen” (2002) sowie die häufigsten unkonventionellen Methoden, die bei Allergiepatienten eingesetzt werden, und fragten nach deren Sinnhaftigkeit (2002). Ein Überblick über die Ergebnisse findet sich hier, der Volltext der letztgenannten Studie (“Komplementärmethoden oder sogenannte Alternativmethoden in der Allergologie”) hier. Dabei ergaben sich keine wissenschaftlich haltbaren Wirksamkeitsnachweise für populäre “Alternativ”-Verfahren wie zum Beispiel Bioresonanz, Kinesiologie, Elektroakupunktur nach Voll, Eigenbluttherapie oder Homöopathie. In einem Blog-Beitrag von 2012 beim Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte zum Thema “Homöopathie bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis)” heißt es übrigens: Betrachtet man die Studienlage zur Homöopathie bei atopischer Dermatitis, ergibt sich ein heterogenes Bild. Studien der Charité Berlin aus dem Bereich der Versorgungsforschung (Outcomeforschung) zeigen eindeutig die Wirksamkeit der Homöopathie bei atopischer Dermatitis und anderen chronischen Krankheiten. Randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudien kommen dagegen generell seltener zu einem positiven Ergebnis für die Homöopathie.” Das ist kaum verwunderlich, denn die Versorgungsforschung ist nicht dazu da, einen Effekt zu belegen, sondern beschäftigt sich mit der Kranken- und Gesundheitsversorgung und deren realen Rahmenbedingungen In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie zum atopischen Ekzem (2009) hatten … … individualisierte homöopathische Arzneien [denn auch] keinen über Placebo hinausgehenden Effekt.” Apropos Plazebo: Interessant war, dass in der diagnostischen Aussagekraft die Kinesiologie sogar schlechter abschnitt als die Zufälligkeit eines Würfels”, erklärte Ring weiter, … sowie das Ergebnis einer Doppelblindstudie, bei der Plazebo eindeutig besser war als Verum. Einer der Autoren erhält noch Jahre nach dieser Studie Dankespost zu Weihnachten von Patienten der Plazebo-Gruppe mit der Aussage „Sie haben mich geheilt”. Dieser “extrem hohe Bereich der Plazebo-Response”, der bis zu 70 Prozent  (in einer eigenen Studie mit oraler Hyposensibilisierung) reichen könne, sei bei vielen Studien auffällig gewesen: Psychoneurologische Forschungen mögen diesen Befund der hohen Suggestibilität näher erforschen, die möglicherweise bei Allergikern stärker ausgeprägt ist als bei Normalpersonen.“ Umstritten ist derzeit noch die Wertigkeit von Akupunktur bei der Behandlung von Allergiepatienten: Sowohl in der Bekämpfung von experimentell-induziertem – bei gesunden Freiwilligen -, aber auch spontan entstehendem Juckreiz bei atopischem Ekzem fanden sich signifikante Effekte einer klassischen Akupunktur in einer Doppelblindstudie”, erklärte Ring. Daraufhin entspann sich mit dem Skepkon-Referenten Dr. Benedikt Matenaer (“Akupunktur kritisch betrachtet”) eine Diskussion über das zugrunde liegende Studiendesign, in der Matenaer argumentierte , dass insbesondere patientenseitig keine eindeutige Verblindung gesichert werden konnte. In einer aktuellen Studie (2013) zur Wirkstärke von Akupunktur bei saisonaler allergischer Rhinitis stufen die Autoren den klinischen Nutzen der Nadelung als “unklar” ein. Rings Fazit: Wir schließen aus unseren Erfahrungen, dass die Suggestivkraft eines guten Arztes in der Behandlung von Patienten mit chronischen Erkrankungen nicht unterschätzt werden sollte. Als wissenschaftlicher Mediziner müssen wir den Plazebo-Effekt mitnehmen, auf den sich dann die bewiesene gesteigerte Wirksamkeit eines Verfahrens aufbaut.” In der Auseinandersetzung mit sektiererhaft propagierten unkonventionellen Methoden helfe die Aussage: Das ist wie Religion, und ich streite mit meinen Patienten nicht über Weltanschauung”. Vor allem gelte: Zuhören, nicht schimpfen!” Der gute Arzt müsse offen sein und dem einzelnen Patienten gegenüber tolerant  – jedoch ohne die Bedeutung wissenschaftlicher Evidenz zu verleugnen – und seine Überzeugung von den positiven Wirkungen der von ihm vorgeschlagenen wissenschaftsbasierten Therapieoption glaubhaft vermitteln. Bei der Frage nach Toleranz versus Billigung verwies Ring auf den philosophischen Text “Ist die Wahrheit intolerant?”. Darin heißt es: Die Toleranz benötigt ein Fundament der Wahrheit, wenn sie nicht der Intoleranz zum Opfer fallen will.” Ring ließ keinen Zweifel daran, dass Wissenschaft die Basis unserer Erkenntnis ist – und nach Karl Jaspers der Verlust der Wissenschaftlichkeit zur Unmenschlichkeit führt. Zum Weiterlesen:

Komplementärmethoden oder sogenannte Alternativmethoden in der Allergologie, hautsache.de am 2. Juni 2008 Allergien: alternative Diagnostik & Therapie, gesundheit.de am 24. Februar 2012 Nahrungsmittelallergie und – unverträglichkeit: Bewährte statt nicht evaluierte Diagnostik, Dtsch Arztebl 2005; 102(27) GWUP-Konferenz 2013: Alle Vorträge

 

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Tue, 11 Jun 2013 13:48:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16844/skepkon-2013-pseudoverfahren-in-der-allergologie
Der Yps-Solarzeppelin sorgt wieder für Ufo-Alarm http://linzerschnitte.at/items/view/16828/der-yps-solarzeppelin-sorgt-wieder-fur-ufo-alarm

Dass es die Zeitschrift Yps wieder gibt und seit März 2013 vierteljährlich erscheint, wird sich mittlerweile herumgesprochen haben. Und damit suchen uns auch die berüchtigten “Gimmicks” wieder heim – über das “Desaster mit den Urzeitkrebsen” zum Beispiel hat ein Tagesspiegel-Redakteur schon im Herbst letzten Jahres berichtet. Die aktuelle Ausgabe (2/2013) gibt es seit Donnerstag zu kaufen, und wieder mit einem altbekannten Kult-Gimmick:

dem Solar-Zeppelin (“3 Meter lang!”)

Sogar mit einem launigen Youtube-Filmchen wirbt der Verlag dafür: Grusel. Verwirrung. Schock. Skandal umwittert. Geheimnisvoll. Es ist unmöglich von diesem Film nicht gefesselt zu sein! Sehen Sie die fesselnde Geschichte des Grafen von Solar-Zeppelin und seiner genialen Erfindung: dem Solar-Zeppelin. Einst gab ihm das Schicksal eine einmalige Chance — doch er verspielte sie.  Jetzt bekommt er eine Zweite! Viele weitere Überraschungen jetzt auf Yps.de. Und das neue YPS mit nachtschwarzem Solar-Zeppelin bereits im Handel.” Direktlink zum Video auf Youtube Sehr spaßig – nur einer hat (wie schon 1982) wieder jede Menge Arbeit mit dem Teil, und zwar der Ufo-Experte Werner Walter vom Ufo-Meldestelle-Blog. Der Yps-Solar-Zeppelin ist nämlich ein Ufo-Stimuli (IFO) erster Güte und sorgt allenthalben für Ufo-Alarm, wenn er entgegen der Gebrauchsanweisung nicht an einer Schnur befestigt, sondern frei schweben gelassen wird: Direktlink zum Video auf Youtube Direktlink zum Video auf Youtube Also, bevor man besorgt Walters Ufo-Hotline anklingelt, kann man sich hier über Aussehen und Flugverhalten dieser freakigen Himmelsobjekte informieren. Zum Weiterlesen:

Was fliegt flügellos in diesem Sommer wieder am Himmel umher? Ufo-Meldestelle-Blog am 7. Juni 2013 Das erste Yps-Solarzeppelin-Ufo-Meldewochenende 2013, Ufo-Meldestelle-Blog am 8. Juni 2013 Solarzeppelin-Sonntag Nr. 1 im Sommer 2013, Ufo-Meldestelle-Blog am 9. Juni 2013

 

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Sun, 09 Jun 2013 18:40:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16828/der-yps-solarzeppelin-sorgt-wieder-fur-ufo-alarm
Ingolstadt und der “wahre Frankenstein” bei Hoaxilla http://linzerschnitte.at/items/view/16827/ingolstadt-und-der-wahre-frankenstein-bei-hoaxilla

Endlich dämmerte der Morgen, trüb und feucht, und er enthüllte meinen schlaflosen und schmerzenden Augen die Kirche von Ingolstadt, ihren weißen Turm und die Uhr, die sechs anzeigte.“ So schrieb niemand anderer als Viktor Frankenstein 1799 in sein Tagebuch. Was sich kurz zuvor in einer “düsteren Nacht im November” zugetragen hat, ist wohl den meisten Zeitgenossen bekannt: Frankenstein, ein junger, aber höchst begabter Mediziner, haucht einer aus Leichenteilen zusammengesetzten Kreatur Leben ein – mit schrecklichen Folgen. Doch was nur wenige wissen: Der vielleicht berühmteste fantastische Roman der Weltliteratur spielt in weiten Teilen im bayerischen Ingolstadt. Warum die britische Autorin Mary W. Shelley gerade einen deutschen Schauplatz wählte, als sie 1816 während eines Ferienaufenthaltes am Genfer See ihren Frankenstein oder Der moderne Prometheus” ersann, kann nur vermutet werden. Gesehen hat Shelley die Stadt an der Donau wohl nie, reale Alt-Ingolstädter Topografie sucht man in ihrem Buch vergebens. Mary Shelleys Ingolstadt ist ein abstraktes, düsteres Gassengedränge, das ein weißer Kirchturm überragt und in dem nur Frankensteins Hinterhofdachkammer verschwommen aufscheint. Direktlink zum Video auf Youtube Im drittel Kapitel lesen wir in Viktor Frankensteins Tagebuch: Als ich siebzehn Jahre alt war, beschlossen meine Eltern, ich solle an der Universität in Ingolstadt studieren. Die Reise war lang und ermüdend, sodass ich reichlich Zeit für meine Gedanken hatte. Von weitem erblickte ich die hohen, weißen Türme der Stadt.” Ein Studium in Ingolstadt – das garantierte im 18. Jahrhundert auch in der Realität ein hohes Ansehen. Ingolstadt war nicht nur die erste bayerische Landesuniversität; sie galt neben Wien und Prag als die bedeutendste Hochschule ihrer Zeit. Zu dieser internationalen Reputation trug vor allem ein eigenes „Experimentiergebäude“ für die Naturwissenschaftler und Mediziner bei, die bis heute erhalten gebliebene “Alte Anatomie”, welche nunmehr das Deutsche Medizinhistorische Museum beherbergt. Daneben war Ingolstadt für “Frankenstein”-Schöpferin Mary Shelley die Stadt des Adam Weishaupt. Der Philosoph und Professor für Kirchenrecht rief 1776 in Ingolstadt den Geheimbund der Illuminaten ins Leben, dessen Mitglieder sich nicht mehr als Naturphilosophen verstanden, sondern als experimentierende Naturwissenschaftler – exakt jene Entwicklung also, die Viktor Frankenstein in Shelleys Schauerroman nimmt. Welche sonstigen Inspirationen die damals 19 Jahre alte Geliebte des Dichters Percy Shelley zu ihrem Hauptwerk “Frankenstein oder Der moderne Prometheus” brachten und wer das reale Vorbild für die Figur des Viktor Frankenstein gewesen sein könnte, darüber erzählen Hoaxilla in ihrem aktuellen Podcast “Der wahre Frankenstein”. Und wer mal in Ingolstadt zu tun hat, sollte keinesfalls die Stadtführung “Dr. Frankensteins Mystery Tour” verpassen: Direktlink zum Video auf Youtube Infos und Termine gibt es hier. Zum Weiterlesen:

Der wahre Frankenstein, Hoaxilla-Podcast Nr. 125 vom 1. Juni 2013 Michael Klarner: Spuren eines Phantoms – Frankenstein in Ingolstadt, espresso Verlag, Ingolstadt 2010 Illuminati in Ingolstadt: Alles nur Phantasie? GWUP-Blog am 27. August 2009 Die Illuminaten in Ingolstadt, GWUP-Blog am 23. September 2011 “Einen Schritt näher zum Lichte”: Ingolstadt und der legendäre Geheimbund der Illuminaten, Skeptiker 3/2009 Dinner mit den Illuminaten, GWUP-Blog am 31. Juli 2010 Illuminaten 2.0., Skeptiker 4/2011 Illuminati: Erleuchtete oder Dunkelmänner? GWUP-Blog am 20. Mai 2009 “Hoaxilla”: Ein Podcast macht Jagd auf Verschwörungstheorien, Die Welt am 11. Mai 2013

 

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Sun, 09 Jun 2013 15:48:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16827/ingolstadt-und-der-wahre-frankenstein-bei-hoaxilla
Streiten, Diskutieren und Argumentieren bei S.I.T.P. http://linzerschnitte.at/items/view/16826/streiten-diskutieren-und-argumentieren-bei-sitp

Streitest du noch oder argumentierst du schon?” ist das Thema der nächsten “Skeptics in the Pub”-Veranstaltung am Mittwoch (12. Juni) in Köln. Ab 19.30 Uhr spricht Cornelius Courts vom Science-Blog BlooDNAcid über … … logische Fehlschlüsse, Tricks und Fallen, vor denen sich Skeptiker im Wortgefecht in Acht nehmen müssen.” Konkret geht es darum:

Die Kunst des Streitens – gibt es so was? Kann man durch geschickte (oder unabsichtliche) Tricks eine Diskussion in gewünschte Bahnen lenken? Kann man lernen, inkorrekte Argumente und unlautere Strategien zu erkennen und bloßzustellen?

Das Ganze findet statt im Jameson Distillery Pub. Alle Infos hier. Zum Weiterlesen:

Ich trete auf bei Skeptics in the Pub, BlooDNAcid am 5. Juni 2013 Skeptics in the Pub Köln bei Facebook

 

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Sun, 09 Jun 2013 13:27:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16826/streiten-diskutieren-und-argumentieren-bei-sitp
Pro und Contra Homöopathie in der “Berliner Morgenpost” http://linzerschnitte.at/items/view/16825/pro-und-contra-homoopathie-in-der-berliner-morgenpost

Bei seinem Skepkon-Vortrag in Köln hatte Dr. Christian Weymayr schon darauf hingewiesen, dass Homöopathie-kritische Beiträge es derzeit schwer haben in unserer Medienlandschaft. Selbst die Zeitschrift des Deutschen Museums in München, die sich erklärtermaßen … … der Bedeutung von Wissenschaft und Technik und ihrer Wechselwirkung mit der Kultur- und Sozialgeschichte” widmet, veröffentlicht einen haarsträubenden Jubelartikel zu dem Nonsens-Heilverfahren. Anlässlich eines Symposiums der “Homöopathen ohne Grenzen” an diesem Wochenende in Berlin greift auch die Morgenpost das Thema auf und versucht sich mit einem “Pro & Contra” elegant aus der Affäre zu ziehen. Das tut niemandem weh und demonstriert “Ausgewogenheit” – und gerade das ist fatal. Denn genau wie in diversen TV-Quasselrunden entsteht so der Eindruck, dass Homöopathie ein völlig gleichberechtigtes Verfahren neben der wissenschaftsbasierten Medizin ist, zu dem es lediglich unterschiedliche “Meinungen” gibt. Und eben deshalb kann die Vorsitzende des Berlin-Brandenburger Verbands homöopathischer Ärzte in ihrem “Pro” auch ungeniert gegen die… Beißreflexe etablierter Strukturen, die mal in Medien, mal politisch auftreten”, wettern und die Frage nach der Wirksamkeit von Homöopathie schlicht auf eine “Abstimmung [der Patienten] mit den Füßen” reduzieren. Als ob wissenschaftliche Erkenntnisse sich nach “Mehrheiten” richten würden. Für sich selbst und ihre homöopathiehörigen Standeskollegen reklamiert Frau Dr. Dohms wenig überraschend das Beste “aus zwei Welten”: Der homöopathische Arzt hat in seiner täglichen Praxis einen Vorteil: Ihm stehen das Repertoire der Homöopathie und die Möglichkeiten der konventionellen Medizin zur Verfügung. Je nach Krankheitsfall und Patient kann er mit diesem Handwerkszeug eine individuelle Behandlung entwickeln.” Nun ja. Erstens wird im weiteren Verlauf ihres Kommentars sehr deutlich, dass lediglich das Mehr an Zeit und Zuwendung der entscheidende “Vorteil” des Homöopathen ist, was mit der Methode an sich überhaupt nichts zu tun hat. Wohl jeder Arzt würde sich gerne “zwischen einer und drei Stunden” Zeit für einen Patienten nehmen, wenn dies von der Gesetzlichen Krankenversicherung angemessen honoriert würde. Und zweitens ist die “Welt” der Homöopathie schlicht gesagt eine … Parallelwelt ohne Naturgesetze”, wie der Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Werner Hessel hier erklärt. Immerhin ist das “Contra” von Wolfgang W. Merkel (Medizin- und Wissenschaftsredakteur der Berliner Morgenpost) recht unverblümt:

Wenn Menschen das Gefühl bekommen, Homöopathie habe ihnen geholfen, beruht das oft auf Fehlinterpretationen und einem Mangel an kritischer Beobachtung. Denn viele Beschwerden wären auch ohne die Globuli oder Tropfen weggegangen – einfach durch die Selbstheilungskräfte des Körpers. Dasselbe Prinzip gibt ein Bonmot über den Schnupfen wieder: Ohne Arzt dauert er sieben Tage – mit Arzt eine Woche. Außerdem gehen viele Patienten ihre Krankheiten doppelt an: Sie greifen zur schulmedizinischen Arznei oder lassen sich anderweitig, etwa physiotherapeutisch, behandeln und bedienen sich zugleich der Homöopathie. Wer will da entscheiden, was wirklich geholfen hat? Als Krankenversicherter ärgere ich mich darüber, dass meine Versicherungsbeiträge eine unwirksame Therapieform mitfinanzieren. Dass die Kassen die Kosten übernehmen, hat ja keine rationalen Gründe (“das hilft”), sondern liegt am unkritischen Glauben ihrer Kunden (“das verkauft sich gut”). Folglich ist die Kostenübernahme eine reine Marketingmaßnahme der Kassen.” Zum Weiterlesen:

Contra: Es gibt keinen Beweis für die Wirksamkeit der Homöopathie, Berliner Morgenpost am 6. Juni 2013 Pro: Homöopathie – Ärzte geben Hilfe aus zwei Welten, Berliner Morgenpost am 6. Juni 2013 Was hat die GWUP gegen Homöopathie? Teil I, GWUP-Blog am 1. Februar 2011 Homöopathie: Parallelwelt ohne Naturgesetze, Teil II,  GWUP-Blog am 2. Februar 2011 Medizin ohne geistige Umweltverschmutzung,Teil III, GWUP-Blog am 3. Februar 2011 Homöopathie: Unmögliches muss man nicht erklären, Teil IV, GWUP-Blog am 4. Februar 2011 Homöopathie: Wenn Skeptiker Hoffnungen zerstören, GWUP-Blog am 18. April 2013 Skeptiker als Pharma-Söldner? GWUP-Blog am 21. April 2013 Warum Homöopathie zu wirken scheint, GWUP-Blog am 9. Oktober 2011 Die Homöopathie und die Versorgungsforschung, GWUP-Blog am 9. November 2012 Gesamtschau der Studien zur Homöopathie, Detritus am 27. April 2013 Gefühllose Schaben und Typhus: Homöopathie zwischen Komödie und Tragödie, GWUP-Blog am 27. Mai 2013 Homöopathie bei akuten Durchfallerkrankungen bei Kindern, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 5. Juni 2013

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Sat, 08 Jun 2013 12:21:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16825/pro-und-contra-homoopathie-in-der-berliner-morgenpost
Globuli und Pharmazie: Die Love Story jetzt online http://linzerschnitte.at/items/view/16803/globuli-und-pharmazie-die-love-story-jetzt-online

Vor zwei Wochen haben wir hier über den Skepkon-Vortrag von Claudia Graneis berichtet: Globuli und Pharmazie – eine Liebesgeschichte?” Das ist zugleich auch die Titelgeschichte der nächsten Skeptiker-Ausgabe, die dieser Tage erscheint (mit einem Cover-Model, dem ich zugegebenermaßen auch Globuli abkaufen würde). Vorab ist Graneis’ Artikel bereits als Gastbeitrag im Science-Blog BlooDNAcid veröffentlicht worden, und zwar hier. Passend dazu hat das kostenlose Apothekenmagazin Baby und Familie (ein Ableger der Apotheken Umschau) das Ergebnis einer Umfrage veröffentlicht: Homöopathie eher Frauensache – Umfrage: Homöopathie ist vor allem bei Frauen beliebt, Männer bleiben in Sachen Heilkraft eher skeptisch.” Zum Weiterlesen:

Globuli und Pharmazie – eine Liebesgeschichte? BlooDNAcid am 4. Juni 2013 Homöopathie eher Frauensache, Presseportal am 17. Mai 2013 Skepkon 2013: Globuli und Pharmazie, GWUP-Blog am 19. Mai 2013 Claudia-Graneis-Interview: “Homöopathie ist gefährlich”, GWUP-Blog am 15. Mai 2013 Apotheken-Umschau: Freispruch für alle 1000 Ausgaben, Plazeboalarm am 4. Januar 2010 Gefühllose Schaben und Typhus: Homöopathie zwischen Komödie und Tragödie, GWUP-Blog am 27. Mai 2013

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Tue, 04 Jun 2013 22:56:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16803/globuli-und-pharmazie-die-love-story-jetzt-online
Bekennen sich die Homöopathen endlich zum Placebo-Effekt? http://linzerschnitte.at/items/view/16786/bekennen-sich-die-homoopathen-endlich-zum-placebo-effekt

In der aktuellen Ausgabe von Bild der Wissenschaft (6/2013) findet sich eine Rezension der “Homöopathie-Lüge”. Darin heißt es unter anderem: Lebendig und fesselnd beschreibt das Autorenduo, wie die Homöopathie trotzdem einen derartigen Siegeszug antreten konnte. Den Weg dafür geebnet hat ein mächtiger Verbündeter: der Placebo-Effekt. Denn die Homöopathie hilft tatsächlich – weil sie auf ausführliche Gespräche mit einem mitfühlenden Arzt setzt, auf Rituale beim Zubereiten der Mittelchen, auf den festen Glauben an die Wirkung und auf subjektive Erfahrungsberichte. Da kann die Schulmedizin noch einiges lernen, betonen die Autoren.” Um den Placebo-Effekt geht es auch in einem Beitrag, der heute bei dieausrufer erschienen ist. Der Autor geht der Frage nach, ob der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) sich nicht in Deutscher Zentralverein für Placebo-Medizin umbenennen sollte: Die Abkürzung DZPM ginge nicht nur flüssiger über die Lippen als DZVhÄ, sie wäre auch ehrlicher, konsequenter.” Jedenfalls weise eine aktuelle Veröffentlichung der Homöopathen in diese Richtung. Und da wir gerade bei einer Medienrundschau sind:

Psiram setzt sich argumentativ mit einem Rundumschlag von “Goldenes Brett”-Preisträger Prof. Harald Walach gegen die Kritiker der “Komplementärmedizin” auseinander. Neu auf der Webseite der US-Skeptiker vom CSI ist der Artikel: “Reductio ad Absurdum”: Imagine the world if homeopathy worked. Interessante Beiträge zur Homöopathie gibt es auch in dem Blog Kein Anfang, zum Beispiel “Über die Dummheiten bei der 10:23-Kritik” oder der “Homöopathische Spaziergang” mit insgesamt sechs Stationen.

Zum Weiterlesen:

DZVhÄ bekennt sich zum Placebo (irgendwie), dieausrufer am 2. Juni 2013 Walachsche Methodenlehre für Anfänger (Teil 1), Psiram am 31. Mai 2013 Walachsche Methodenlehre für Anfänger (Teil 2), Psiram am 1. Juni 2013 The Miracle of Molecular Medicine, CSI am 30. Mai 2013 Über die Dummheiten bei der 10:23-Kritik, Kein Anfang am 20. Mai 2013 Homöopathischer Spaziergang Teil 1 bis 6 bei Kein Anfang

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Sun, 02 Jun 2013 15:18:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16786/bekennen-sich-die-homoopathen-endlich-zum-placebo-effekt
Hitler im Teekessel und Jesus als Toastbrot http://linzerschnitte.at/items/view/16785/hitler-im-teekessel-und-jesus-als-toastbrot

Vor einigen Tagen hat GWUP-Mitglied Dr. Rainer Rosenzweig vom Science Center “Turm der Sinne” in der ARTE-Sendung “Was ist dran an übernatürlichen Phänomenen?” erklärt, was Pareidolie ist. Etwa zur selben Zeit erlebten wir im Internet eine ungewöhnliche Häufung von Trugwahrnehmungen – und seltsamerweise ging es dabei nicht zuletzt um Adolf Hitler. Dessen Konterfei wurde zum Beispiel auf einem Werbeplakat für einen Teekessel und an der Fronseite eines Hauses ausgemacht. Auch Spiegel-Online berichtete daraufhin über den “Teekessel namens Adolf”. Gestern hat die Redaktion nun einen ganzen Artikel über das “Phänomen Pareidolie” nachgeschoben: Warum wir überall Hitler sehen.” Darin heißt es unter anderem: Die Erkennen von Gesichtern in einer Reihe von Dingen, ist wahrscheinlich auch evolutionär bedingt. Ständig muss der Mensch aus einer Ansammlung von Linien, Kurven, Oberflächen und Farben auf das Gesehene schließen. Dabei ist das Gehirn in besonderer Weise dazu erzogen worden, Gesichter zu sehen. Bereits kurz nach der Geburt richten Babys ihre Aufmerksamkeit auf Gesichter und Dinge, die Gesichtern ähneln. Hat der Mensch einmal ein Gesicht in einem Gegenstand erkannt, verstärkt die Erwartung das Phänomen: Hitler ist aus der Silhouette der Teekanne nicht mehr wegzudenken.” Bekanntestes Beispiel für Pareidolie ist wohl das “Marsgesicht”. In jüngerer Zeit werden vor allem Jesus Christus und Maria auf Tortillas oder Toastbrot gesichtet – und bei Ebay zu Geld gemacht. Eine aktuelle Sammlung von scheibaren Mustern bei GoogleFaces hat Dr. Florian Freistetter bei Astrodixticum simplex zusammengestellt: Das Marsgesicht: Jetzt auch auf der Erde.” Zum Weiterlesen:

Gesichter in Gegenständen: Warum wir überall Hitler sehen, Spiegel-Online am 1. Juni 2013 Das Marsgesicht: Jetzt auch auf der Erde, Astrodicticum simplex am 29. Mai 2013 Pareidolie: Die Sucht des Gehirns nach sinnvollen Mustern, Artikelmagazin am 22. September 2011 Übersinnliche Erscheinungen in “Gehirn & Geist”, GWUP-Blog am 29. November 2012

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Sun, 02 Jun 2013 13:53:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16785/hitler-im-teekessel-und-jesus-als-toastbrot
Will Smith verkaspert sich in Scientology-Werbefilm http://linzerschnitte.at/items/view/16784/will-smith-verkaspert-sich-in-scientology-werbefilm

Im Kino hat man derzeit keine Chance, dem Trailer von “After Earth” zu entgehen: Direktlink zum Video auf Youtube Dieses unsägliche Vater-Sohn-Getue von Will und Jaden Smith ist schon kaum mitanzusehen. Außerdem ignoriere ich grundsätzlich Filme mit Scientology-Anhängern oder -Sympathisanten wie Tom Cruise oder eben Will Smith. Und offenbar nicht nur ich. In den USA läuft “After Earth” schon – und scheint ein veritabler Flop zu werden. Das mag mehrere Gründe haben”, meldet heute web.de: Zum einen hagelte es vernichtende Kritiken, zum anderen wird wohl manchem Kinobesucher die Tatsache aufgestoßen sein, dass die Hauptrolle in offensichtlicher Vetternwirtschaft an Smiths Sohn Jaden vergeben wurde. Zu allem Überfluss soll es in “After Earth” auch nur so vor Scientology-Ästhetik wimmeln. Das behauptet zumindest Ex-Scientologe Marc Headley in einer Kolumne auf Hollywoodreporter.com. Der Aussteiger erklärt, “After Earth” enthalte Sprache, Konzepte und Symbolik, die deutlich die Handschrift des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard tragen.” Auch The Independant schreibt: Some critics pointed out that some of the film’s plot strands resembled the teachings of Scientology, and one of the film’s defining images – that of the black volcano spewing lava – looks remarkably like the front cover of L. Ron Hubbard’s Dianetics.” Werden diese Stars von Scientologys Gnaden denn nie klüger? John Travolta hat sich mit “Battlefield Earth” zum Vollhonk gemacht. Der neue Tom-Cruise-Film “Oblivion” ist zwar an den Kinokassen leidlich erfolgreich, verleitet aber die Kritiker zu Deutungen, die dem Kindskopf Cruise eigentlich gar nicht recht sein können: Ist die Gehirnwäsche, der sich die Menschheit in “Oblivion” unterzieht, und die Fremdsteuerung von oben also im Grunde eine Parodie, eine Kritik an Scientology? Am Ende gehen Tom Cruise die Augen auf, und sein bisheriges Weltbild entpuppt sich als große Lüge. Als Allegorie auf Scientology könnte diesem Film vielleicht doch eine Zukunft beschieden sein.” Der moviepilot merkt an: Wenn also das Science-Fiction-Spektakel “Oblivion” in den deutschen Kinos startet, dann muss wieder einmal daran erinnert werden, wie sehr dieser Mann eben nicht unabhängig von seiner Sekte, seinem Wirken, seinen Funktionen betrachtet werden kann. Nicht nur deshalb, weil er selbst wie eine Science-Fiction-Gestalt wirkt. Sondern auch, weil die mitunter gewünschte, teils geforderte, zumindest aber verbreitete Aufspaltung seiner Person in Film- und Sektenschaffen gar nicht in seinem persönlichen Interesse liegt. Den privaten Cruise, sofern privat bedeuten soll, seinen Status als „Operierender Thetan der Stufe VII“ nicht mit seinen Rollen, seinem Schauspiel, seiner Beurteilung als Filmstar in Verbindung zu bringen, gibt es schließlich überhaupt nicht.” Das heißt: Tom Cruise ist allenfalls noch “darstellender Star”, aber kein Schauspieler mehr. Und das ist nur noch arm. Und Will Smith? Der verkasperte sich erst einmal nur bei der Promo-Tour für “After Earth”: Direktlink zum Video auf Youtube Der Film selbst ist allerdings auch kein Treffer. Zum Weiterlesen:

After Earth On Course To Be This Year’s Big Flop As It ‘Takes Just $10 Million For US Opening’, entertainmentwise am 1. Juni 2013 A Former Scientologist Reviews ‘After Earth’, The Hollywood Reporter am 31. Mai 2013 Stars und Scientology, GWUP-Blog am 27. Januar 2013 Scientology: Jetzt redet der Urenkel von Ronald L. Hubbard, GWUP-Blog am 8. Oktober 2012

           

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Sat, 01 Jun 2013 16:44:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16784/will-smith-verkaspert-sich-in-scientology-werbefilm
Beuys, Steiner und das Übersinnliche in der Kunst http://linzerschnitte.at/items/view/16783/beuys-steiner-und-das-ubersinnliche-in-der-kunst

Eine neue Joseph-Beuys-Biografie, die vor wenigen Tagen im Aufbau-Verlag erschienen ist, sorgt für Wirbel. Der umstrittene Künstler sei zudem “eine ziemlich gestrige und gefährliche Figur” gewesen, gibt eine Spiegel-Rezensentin die Meinung des Biographen Hans Peter Riegel wieder. Und zwar nicht nur im Hinblick auf Beuys “reaktionäres Alt-Nazitum”, sondern auch wegen seiner existentiellen Verbindung mit Rudolf Steiner. In jedes einzelne Werk seiner symbolschweren Kunst sei Steiners Weltbild eingesickert. Angestrebt habe Beuys – folgend “Steiner und dessen verqueren Ideen” – eine totalitäre Gesellschaft. Besagte Spiegel-Rezension der Beuys-Biographie wird derzeit ebenso leidenschaftlich diskutiert wie die Biographie selbst – und zwar deswegen, weil … … im gesamten Text der Spiegel-Autorin Ulrike Knöfel nie [so richtig deutlich wird], wann sie über Erkenntnisse des Autors Riegel schreibt, und wann es ihre eigenen Erkenntnisse sind, die den Vorwurf untermauern sollen, Beuys sei Ewig-Gestriger gewesen”, heißt es zum Beispiel bei Themen der Zeit. Die Welt hat indessen beim Beuys-Biographen Hans Peter Riegel selbst nachgefragt. Die Redaktion kommt zu dem Schluss, dass in der Tat … … die eigentliche Sprengkraft des Buches in dem Nachweis [liegt], welchen gewaltigen Einfluss die anthroposophische Lehre Rudolf Steiners auf Beuys’ Werk hatte. Riegels These: Beuys habe zeit seines Lebens unter einem grünen, anarchistischen Deckmäntelchen die Welt mit völkischen und totalitären Ideen in der Nachfolge Steiners missioniert.” Ein Auszug aus dem Interview: Die Welt: Wenn man “Beuys + Steiner” googelt, findet man 184.000 Einträge. Es gibt kaum ein Beuys-Buch, das sich nicht mit Steiner beschäftigt. Warum haben auch Sie sich auf diese Fährte begeben? Hans Peter Riegel: Die häufig zitierten Biografien [...] sind aus meiner Sicht Hofberichterstattung. Benjamin Buchloh sprach in diesem Zusammenhang einmal von “kollektiver Verblendung”. Die Autoren haben keine kritische Distanz zu dem untersuchten Gegenstand. Es existiert eine Interpretengemeinde, die Beuys’ Leben und Werk zum Wohl des Künstlers auslegt. Von dieser Seite wird die Bedeutung Steiners für Beuys marginalisiert. Vermutlich, weil sie um die Gefährdung ihres Heroen durch die esoterischen und völkischen Aspekte wissen.” Sie sprechen über die Anthroposophie, als handele es sich um eine gesellschaftszersetzende Sekte. In Beuys’ Weltsicht ist der Mensch nur dann frei, wenn er sich in die Hände der Anthroposophie begibt. In einem Gespräch mit Michael Ende sagte er: “Die Anthroposophie ist der einzige Weg”. Die Anthroposophen eine Sekte zu nennen, wäre jedoch fatal. Man handelt sich schnell eine einstweilige Verfügung ein. Aber betrachtet man Steiners organisches Gesellschaftsmodell, das im ersten Moment wunderbar klingt, einmal genau, dann muss man zu dem Schluss kommen: Es ist totalitär. Der Mensch steht bei Steiner in der Hierarchie auf der untersten Stufe der Existenz. Dann kommen “Erfinder, Künstler und Forscher”, dann die “geheimwissenschaftlichen Eingeweihten” und schließlich “übermenschliche Wesen”. Der Mensch überantwortet seine Freiheit übergeordneten Instanzen. Nur die Eingeweihten sind erkenntnisfähig. Das nenne ich totalitär. Und solches Denken ist wohl auch Sekten zu eigen. Joseph Beuys war geradezu besessen davon, derartige Überzeugungen Steiners weiterzutragen. Wie Steiner hat auch er sich offenbar als Eingeweihter empfunden. Beuys’ existenzielle Krise 1956/57 mündete in eine Überhöhung der eigenen Person. Er selbst beschrieb sie als eine Art Erweckungserlebnis. Seitdem fühlte er sich, wie er selbst bekundete, von Rudolf Steiner beauftragt, dessen Weltanschauung und letztendlich ihn selbst zu vertreten. Beuys nahm den Habitus Steiners an, die Vorträge, dessen verquaste grammatische Konstruktionen. Zuletzt glich sogar die Fraktur, mit der Beuys seine Tafeln beschrieb, dem Schriftbild Rudolf Steiners.” Gehen Sie nicht von einer falschen These aus? In Steiners Philosophie ist der Mensch ein freies Wesen, das sich gemäß seiner Fähigkeiten entwickeln kann. Steiner hatte ein ambivalentes Verhältnis zur Demokratie und eine Abneigung gegen Liberalismus und Sozialismus. Das ist bekannt. So, wie auch sein rassistisches und völkisches Gedankengut, die Verknüpfung von deutschem Wesen und Geist und der damit verbundenen Weltmission nichts Neues ist. Was ich für meine Untersuchung gemacht habe, ist, Steiners zahllose Schriften und Vorträge sehr akribisch mit Beuys Werken, Schriften und Interviews zu vergleichen. Niemand hat bislang in dieser Konsequenz Beuys’ Werk auf diese Einflüsse hin untersucht. Und niemand konnte demzufolge entsprechende Schlussfolgerungen ziehen […] Auch wenn die Werke von Beuys auf den ersten Blick avantgardistisch und demokratisch daherkommen, so ist ihre Botschaft problematisch, weil die Anthroposophie, denkt man ihre verqueren Ideen zu Ende, eine autoritäre und damit letztlich undemokratische Weltanschauung ist. Wenn man es zugespitzt sagen will, sind Beuys’ Werke anthroposophisch determinierte Kultobjekte. Und damit bekommt das Werk eine andere Qualität.” Die Debatte über “Beuys. Die Biographie” wird wohl noch eine Weile andauern. Und hat auch schon Wissenschaftsblogs wie Denkmale erreicht. Nebenbei widerlegt Riegel übrigens auch Beuys Behauptung, ein naturwissenschaftliches Studium absolviert zu haben: Direktlink zum Video auf Youtube Ganz unabhängig davon hatte das Magazin art im April eine Titelgeschichte zum Thema “Kunst und Okkultismus” gebracht. Darin heißt es über Beuys und Steiner: Das Erbe Helena Blavatskys trat dagegen Rudolf Steiner an, der aus den Erfindungen der Theosophie einen seriösen Okkultismus entwickelte und unter dem Namen Anthroposophie lebensfähig machte. Er verband Blavatskys Sphärenmodelle und ihre arische Wurzelrasse mit Gedanken von Nietzsche, Goethe und aus der Bibel zu einer esoterischen Gebrauchsreligion, die vor allem Joseph Beuys stark beeinflusste. Dessen Bewunderung für Steiners Erkenntnisstufen, die bis ins Übersinnliche reichen, findet sich nicht nur in Beuys’ “schamanistischen” Ideen wieder. Das Vorbild Steiners prägte wohl auch Beuys’ Zeichenstil, der stark an Steiners flüchtige Vortragsskizzen auf Schultafeln erinnert, die Beuys wiederum als plastisches Material in sein Werk integrierte. Die Anleihen reichen aber tatsächlich bis in Beuys’ berühmteste Sprüche. Steiners “Geld = Geist” erneuerte Beuys beispielsweise zu Kunst = Kapital.” Allerdings merkt der art-Autor an, dass … … eine solch ernsthafte Reverenz an Äther, Aura und Astralleib in der Nachkriegszeit die Ausnahme [bleibt]. Hier regiert im Umgang mit Magie und Metaphysik doch eher Ironie [...] In der Gegenwart [...] ist Spiritismus und Geheimwissen in der Kunst ein recht unspezifisches Thema unter vielen geworden, das von jüngeren Künstlern vor allem spielerisch behandelt wird. Eine tiefe Faszination für Metaphysik oder Paranormales oder Madame Blavatskys spirituelle Evolution lässt sich bei diesen cleveren Ironisierungen und künstlerischen Partyscherzen kaum noch erkennen.” Durchaus ein Fortschritt. Zum Weiterlesen:

Höhere Wesen befehlen! art 4/2013 Wie von Geisterhand gemalt, Skeptiker 2/2008 Geist-reich, Vogue 5/2013 Mutmaßung über Jupp, Zeit-Online am 31. Mai 2013 Mit Steiner in der Stuka, Welt-Online am 14. Mai 2013 “Das ist völkische Diktion in Reinkultur”: Interview mit Hans Peter Riegel, Die Welt am 17. Mai 2013

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Sat, 01 Jun 2013 14:12:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16783/beuys-steiner-und-das-ubersinnliche-in-der-kunst
Spinnen ja, Informatik nein? Seltsame Schulpolitik in Hamburg http://linzerschnitte.at/items/view/16782/spinnen-ja-informatik-nein-seltsame-schulpolitik-in-hamburg

Na endlich: Lehrer, Schüler und die Wirtschaft kritisieren Fächerkanon aus dem 19. Jahrhundert”, meldet aktuell das Hamburger Abendblatt.

Infolgedessen hat der Schulsenat der Hansestadt sofort die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg gestoppt, wo auch Fächer wie Eurythmie, Spinnen und Buchbinden wohl Bestandteil des Unterrichts gewesen wären. Prima! Oder aber … Moment mal. Erst mal weiterlesen, was da genau steht. Ist es denn zu glauben? Es geht gar nicht um die Anthroposophen. Stattdessen schafft Hamburg in allen Stadtteilschulen … … das Pflichtfach Informatik ab”, heißt es in der Meldung: Bisher war Informatik Bestandteil des Fachs Naturwissenschaft und Technik. Dieses wurde nun aufgespalten, und Informatik soll künftig nur noch Wahlpflichtfach sein. Schulbehördensprecher Peter Albrecht bestätigte am Mittwoch diese Entscheidung [von Schulsenator Ties Rabe, SPD], die gegen den Widerstand von Lehrer- und Schülerkammer gefällt wurde. Angesichts der Bedeutung der Informationstechnologien stößt die Degradierung des Fachs Informatik auch auf Kritik der Wirtschaft.” Wieso wundert uns das jetzt nicht?

In Nordrhein-Westfalen gibt’s keine Gelder mehr für archäologische Forschung – dafür fordert die Gesundheitsministerin “mehr Homöopathie”.

Die IKK classic bringt einen Werbespot heraus, der die Botschaft vermittelt:

Chemie = Pharma = Böse und doof. Mädchen = 6 in Chemie = Sowas von schlau, der pösen Pharma zu misstrauen und Homöoppathie toll zu finden, weil es ja ,Natur’ ist.”

Mehr als 30 “Hochschulen mit pseudowissenschaftlichen Lehr- und Forschungsinhalten” in Deutschland listet das esoterikkritische Internetportal Psiram auf.

Das öffentlich-rechtliche Bayerische Fernsehen verkommt anscheinend zur PR-Abteilung für Pseudomedizin

Parawissenschaften sind längst “gesellschaftlich akzeptierte Parallelwissenschaften”, beklagte Prof. Martin Lambeck bei der Skepkon 2013.

Dem Hamburger SPD-Schulsenator empfehlen wir als Wochenendlektüre den Cicero-Artikel Deutschland fehlt eine Fortschrittspartei” Und allen Schülerinnen und Schülern, die sich vielleicht über das Informatik-Aus freuen, den Science-Blog-Beitrag: Keine Ahnung von Mathematik zu haben, ist nicht cool”. Zum Weiterlesen:

Oh je, NRW: Viel Homöopathie und keine Archäologie, GWUP-Blog am 29. März 2013 Wissenschaftsfeindlichkeit: Droht uns eine Rückkehr ins Mittelalter? Welt-Online am 1. Dezember 2011 Eine anmaßende Gesundheitsministerin und ihr Problem mit der Naturwissenschaft, Plazeboalarm am 27. Mai 2013 Die (R)evolution des Lernens, ErklärFix am 30. Mai 2013 Zuviel Text verwirrt (Bürgerkompetenz Rechnen), Mathlog am 30. Mai 2013

           

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Fri, 31 May 2013 13:42:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16782/spinnen-ja-informatik-nein-seltsame-schulpolitik-in-hamburg
Striche des Todes, die wilde Hilde und der Akkumulator http://linzerschnitte.at/items/view/16775/striche-des-todes-die-wilde-hilde-und-der-akkumulator

Der Spiegel-TV-Beitrag zum Thema “Barcode-Verschwörung”, über den wir hier berichtet haben, konfrontierte die Zuschauer mit etwas ganz Phantastischem: dem …  … Hildegard-Orgon-Akkumulator”. Das Teil sieht aus “wie ein Tablett, kostet schlappe 1200 Euro und ist eine Wunderwaffe”, erklärte der Off-Sprecher. Und zwar gegen die bösen Strichcodes. Genauer gesagt neutralisiert der Hildegard-Orgon-Akkumulator die schädliche Strahlenwirkung der Barcodes auf Lebensmittelverpackungen. Zugleich wird die Ware “energetisch aufgewertet”, erklärte eine begeisterte Anwenderin. “Hildegard-Orgon-Akkumulator”? Nun ja, wir wissen, wer Hildegard war und was ein Orgonakkumulator ist. Ein Hildegard-Orgon-Akkumulator indes stellt auch für uns Skeptiker ein echtes Rätsel dar. Was genau soll das sein? So etwas Ähnliches wie ein Pater-Pio-Wasser-Energetisierer? Oder eine Franziskus-Energie-Pyramide? Diese beiden Dinge gibt es natürlich gar nicht. Und auch zum Hildegard-Orgon-Akkumulator fällt sogar den Anbietern wenig mehr ein als die üblichen luftigen Phrasen: Der Orgonakkumulator wird in liebevoller Handarbeit gefertigt und verfügt über enorme Kraft. Denn es verstärkt die feinstoffliche Energien ganz enorm, die mit ihren hochfrequenten Signalen unsere milliardenfach im Körper ablaufenden Lebensfunktionen steuern.” Allein diesen beiden Sätzen kann man schon entnehmen, dass der “Hildegard-Orgon-Akkumulator” wenig mehr als ein reines Phantasieprodukt ist. Das Einzige, was da akkumuliert wird, ist die Kohle von leichtgläubigen Eso-Freaks. Und das haben anscheinend auch viele potenziell Interessierte gemerkt, die bei amazon auf die Offerte eines Verkäufers gestoßen sind. Zum jetzigen Zeitpunkt finden sich dort 74 Kundenrezensionen zu dem formschönen, äh, “Gegenstand” à 1250 Euronen das Stück. Einige Auszüge: Ich muss zugeben: Ja, mein Essen schmeckt jetzt besser. Allerdings funktionierte es nicht, indem ich den Fraß auf das Tablett legte. Also musste ich eine leicht modifizierte Anwendung improvisieren. Aber nachdem ich mit dem Tablett den Koch verprügelt habe, gibt er sich jetzt deutlich mehr Mühe!” Oder: Ihr versteht das ALLE nicht !!! Ihr müsst Eure Energien fliessen lassen. Euer Chakra befreien. Der Hildegard Orgonakkumulator ist ein natürliches Holz iphad. Eure Lebensmittel und ihr werdet damit direkt in das Energieuniversum orgonakumuliert. Das sollte man alles sehr Ernst nehmen.” Oder: nachdem ich den bericht auf spiegel tv gesehen hab wusste ich das ich unbedingt dieses gottesähnliche gerät benötige. endlich wusste ich woher diese ganze negative energie herkommt. die striche des todes – diese sind überall! durch die wilde hilde kann ich diese energie endlich neutralisieren.” Oder: Ich habe noch eine versteckte Wirkung gefunden: Mein Geldbeutel ist viel leichter, seit ich das Ding verwende!” Oder: Wir haben den Orgonakkumulator gegen die Satelliten-Schüssel ausgetauscht (praktisch: das beigefügte Schraubenset!) und nach 19,2° ausgerichtet (Astra) – die Bioenergie ummantelt nun das ganze Haus und hält gleichzeitig bösartige Handystrahlen ab.” Oder: Habe ein paar Apfelschnitze drauf gelegt, die aber leider gelb wurden. 5 Sterne wegen den den guten Flugeigenschaften aus dem Fenster.” Oder: Ich war ja zunächst sehr skeptisch dem Teil gegenüber, aber nachdem ich das Tablett aus der Verpackung genommen habe und diese fein ziselierten Ornamente angeschaut habe, waren alle meine Zweifel beseitigt. Schnell mal auf den Tisch gelegt und als Test eine Dose Chappi für meinen Hund draufgestellt. Grundsätzlich bin ich gegen Tierversuche, aber diese Geräte soll ja gutes bewirken. So strömte mir schon nach kurzer Zeit ein leckerer Geruch aus der Dose entgegen, so dass ich dem nicht mehr widerstehen konnte. Ich probierte dann mal vom Hundefutter und es schmeckte nach feinsten Zutaten. Einfach lecker. Damit kann ich jetzt wirklich eine Menge Geld sparen!” Oder: Ich habe mir den Orgonakkumulator gekauft, weil ich wirklich sehr große Probleme mit besessenen Lebesnmitteln hatte! So wollte ich mir kürzlich zur Geisterstunde noch einen Snack aus dem Kühlschrank holen, als mich das gehäutete Kaninchen, welches ich Stunden zuvor hineingelegt hatte, mit rotglühenden Augen ansprang. Nur mit viel Glück konnte ich noch nach dem Kruzifix in unserer Küche greifen und es dem Kaninchen zwischen die Augen treiben, worauf es in Flammen aufging und wir bedauerlicherweise keinen Sonntagsbraten mehr hatten! Ich konnte auch gleich die Ursache für die Verwandlung ausmachen: Das Kaninchen lag zwischen lauter Verpackungen mit verseuchtem Strichcode!” Oder: Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen das Tablett in meinen DeLorean einzubauen um in der Zeit zurück zu reisen und diesen Bauernfang selbst zu erfinden.” Hmmm, sollte da bei uns tatsächlich der leise Verdacht aufkommen, dass … … Orgon-Akkumulatoren nicht ganz ernst genommen werden”, wie Psiram schreibt? Am besten bringt es wohl dieser Kundenkommentar auf den Punkt: Und, was soll ich sagen: Ich muss das Ding jetzt nicht mal mehr kaufen. Nachdem ich all die schönen Rezensionen gelesen hatte, löste sich meine schlechte Laune wie durch ein Wunder (HALLELUJAH!) – NEIN, durch die Fernwirkung des “Hildegard Orgonakkumulators” (AMEN!) – auf und ich konnte wieder lachen. DANKE Jentschura, DANKE Hildegard, DANKE Orgon! O.k, und vielleicht auch: DANKE, Rezensenten!” Zum Weiterlesen:

Die Strichcode-Verschwörung: Bar jeder Vernunft, GWUP-Blog am 17. Mai 2013 Wunderwunden? “Stigmatisierte” von Franz von Assisi bis Pater Pio, Skeptiker 4/2002 Hildegard-Medizin: Da erschaudert der Teufel, GWUP-Blog am 27. August 2010 Der Orgon-Strahler – eine funktionslose, aber offenbar gewinnbringende Attrappe, Skeptiker 4/1998 Orgon-Engel-Energie-Akkumulator oder so …, GWUP-Blog am 20. April 2011 Bedrohung Barcode? SAT1-Frühstücksfernsehen am 28. Mai 2013

   

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Thu, 30 May 2013 21:52:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16775/striche-des-todes-die-wilde-hilde-und-der-akkumulator
Unglaubliches Phänomen: Ein skeptisches Chemtrail-Buch http://linzerschnitte.at/items/view/16774/unglaubliches-phanomen-ein-skeptisches-chemtrail-buch

“Neonazis und Verrückte”: So hatte der Wettermoderator Jörg Kachelmann mal die Szene der Chemtrail-Anhänger genannt – und vor Gericht sogar Recht bekommen. Auch in diesem Video hält er mit seiner Meinung nicht hinterm Berg: Direktlink zum Video auf Youtube Jetzt hat Kachelmann das Vorwort für ein Chemtrail-kritisches Buch beigesteuert. Es heißt schlicht “Das Chemtrailhandbuch” und ist im jmb-Verlag erschienen. In der Ankündigung heißt es: Sind Sie der Meinung, dass die Erscheinungen am Himmel – und teilweise auch am Boden – durch das Ausbringen chemischer Substanzen durch Flugzeuge entstehen? Dann ist das Buch vor allem an Sie gerichtet, denn es wird sich mit einzelnen Erscheinungen auseinandergesetzt und es wird beleuchtet, wie was passiert. Sie interessieren sich einfach nur dafür, was am Himmel zu sehen ist, wie es entsteht und was es damit auf sich hat? Dann ist das Buch auch für Sie geeignet. So geht es um Wolken, Farben am Himmel, Figuren am Himmel und natürlich um die Streifen, aber auch um gewisse Zusammenhänge in der Fliegerei und einige technische Fragen zu Flugzeugen. Dabei wurde Wert auf einfache Erklärungen und Ausgangspunkte für weitere Recherchen gelegt. Sie interessieren sich für Verschwörungstheorien und dafür, ob es sich bei den Chemtrails auch um eine handelt? Auch darauf wird – mit vielen Beispielen – eingegangen. So wird gleich am Beginn des Inhalts der Bereich der Verschwörungstheorien behandelt und eine Zuordnung der Chemtrail-Hypothesen getroffen. Beschrieben ist u. a., wer welchen Nutzen wovon hat, wie vorgegangen wird und welche Gefahren bestimmte Aussagen mit sich bringen. Das Buch kann also auch für Sie interessant sein, wenn Sie sich mit Verschwörungstheorien beschäftigen möchten.” Der Autor Jörg Lorenz betreibt auch die Webseite Chemtrail-Fragen, wo es unter anderem ein feines FAQ zu Chemtrails (“Märchen für Erwachsene”) gibt. GWUP-Mitglied und Skepkon-Referent Sebastian Bartoschek hat sich mit Jörg Lorenz für seinen aktuellen BartoCast unterhalten: Direktlink zum Video auf Youtube Die Chemtrail-Anhänger reagieren übrigens auf die einzige ihnen gemäße Art und Weise: Sie sehen “Das Chemtrailhandbuch” als ein … … Zeichen dafür ist, dass der Chemtrail-Widerstand auf einem guten Weg ist.” Das nennt man übrigens den “Backfire”-Effekt, hat dieser Tage die New York Times geschrieben: In 2006, the political scientists Brendan Nyhan and Jason Reifler identified a phenomenon called the “backfire effect.” They showed that efforts to debunk inaccurate political information can leave people more convinced that false information is true than they would have been otherwise.” Mag sein, aber überzeugte Verschwörungstheoretiker (und Chemtrail-Fans gehören mit zu den schlimmsten, die es gibt) von ihren seltsamen Ideen abzubringen, ist eh leidlich sinnlos. Viel wichtiger ist es, für die Diskussion mit offen Fragenden und erklärungssuchenden Zeitgenossen gewappnet zu sein. Dafür leistet “Das Chemtrailhandbuch” einen wichtigen Beitrag, auch wenn es mit seinen fast 400 Seiten nicht gerade schnell und leicht zu überfliegen ist. Aber dafür gibt’s ja auch noch die Webseite. Zum Weiterlesen:

Jörg Lorenz: Das Chemtrailhandbuch. jmb-Verlag, Hannover 2013 Why Rational People Buy Into Conspiracy Theories, New York Times am 21. Mai 2013 “Chemtrails” bei Psiram Chemtrails – Zwischen Meteorologie und Verschwörungstheorie, Skeptiker 2/2006 (Vortragsfolien von der GWUP-Konferenz 2006 hier) Chemtrail-Propaganda aus Steuergeldern? GWUP-Blog am 29. Juni 2012 Chemtrail-Kritiker Teil der Verschwörung? Nessie-Hoaxer’s Diary am 1. August 2012 Die Verschwörungs-Lobby und die Politik, Skeptics.de am 17. März 2013 Sichere Zeichen, Skeptics.de am 7. April 2013 Die verschwörungstheoretische Argumentationsstruktur, Skeptics.de am 2. Februar 2013 Projekt SEAL und die Rezeption in der Chemtrail-Szene, Skeptics.de am 19. Januar 2013 Die dümmste aller Verschwörungstheorien: Chemtrails, Der Nesselsetzer am 21. November 2012 Informiert euch über Chemtrails! Astrodicticum simplex am 22. Juni 2012

         

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Thu, 30 May 2013 20:33:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16774/unglaubliches-phanomen-ein-skeptisches-chemtrail-buch
Bayerisches Fernsehen und Homöopathie – die dritte http://linzerschnitte.at/items/view/16754/bayerisches-fernsehen-und-homoopathie-die-dritte

Wenn es um Homöopathie geht, lässt der Bayerische Rundfunk bekanntermaßen keine Peinlichkeit aus. So fiel zum Beispiel die redaktionelle Stellungnahme zur Desaster-Sendung “Homöopathie: Medizin oder Mogelpackung?” noch dumpfer aus als der TV-Beitrag selbst – das haben wir hier ausführlich kommentiert. Eine Antwort auf unsere rein faktenbezogene Replik haben wir nicht bekommen. Dafür aber Dr. Norbert Aust, der seit Kurzem den Blog “Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie” betreibt. Er hatte in einem Schreiben an die BR-Intendanz insbesondere die unkritische Darstellung der angeblichen Wirksamkeit homöopathischer Mittel bei ADHS beklagt und eine “dezidierte Gegendarstellung” verlangt. Die Antwort des stellvertretenden Indendanten Prof. Dr. Albrecht Hesse ist heute online gegangen. Erschreckenderweise argumentiert auch Hesse auf einem Niveau, das tief blicken lässt – in die Untiefen der akademischen Ignoranz und des Wissenschaftsanalphabetismus. Eine damals in der Sendung zitierte Homöopathie-Studie zur Anwendung individueller homöopathischer Medikamente bei ADHS bezeichnet der professorale BR-Vizechef in seinem Brief als … … Beleg, dass auch eine Nichtwirksamkeit der Homöopathie nicht eindeutig nachweisbar ist.” Nä, wirklich?? Wo es keine Beweise für die Wirksamkeit gibt, genügt dem BR also schon der vermeintliche Nichtnachweis der Nichtwirksamkeit? Geht’s eigentlich noch? Fast ebenso spaßig (oder traurig, je nachdem) ist die folgende Einlassung des Lehrbeauftragten der Juristischen Fakultät der LMU München: Einen Beleg für einen sehr stark ausgeprägten Placeboeffekt kann aus unserer Sicht aus der Studie nicht abgeleitet werden. Dagegen spricht unter anderem, dass bei vielen Patienten erst das dritte oder vierte homöopathische Arzneimittel Wirkung gezeigt hat, obwohl sämtliche Rahmenbedingungen auch schon bei der Gabe des ersten Mittels identisch waren.” Ach so. Dr. Norbert Aust kommentiert dies in seiner aktuellen Antwort wie folgt: [...] Ist es ein Beweis, dass man mit Beschwörungstänzen Regen machen kann, wenn es nach wiederholten Versuchen tatsächlich irgendwann einmal regnet?” Nichtsdestotrotz ist für den Bayerischen Rundfunk damit die Sache wohl erledigt. Für Aust hingegen nicht: Ich möchte meine Frage aus meinem Schreiben vom 8.5. wiederholen, ob es nicht angezeigt wäre, dass der BR prüft, ob eine Gegendarstellung zumindest zu dem Teil der Fernsehsendung notwendig ist, der Informationen zur homöopathischen Therapie von ADHS enthält, die für den Zuschauer nur sehr schwer – eigentlich gar nicht – als unzutreffend erkennbar sind. Ansonsten könnte der BR für gesundheitliche Schäden an Kindern, die auch in das Erwachsenenalter hineinreichen können, und dem Unglück ganzer Familien zumindest moralisch mitverantwortlich sein.” Zum Weiterlesen:

Antwort des BR zu meinem Brief über die ADHS-Untersuchung Freis, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 28. Mai 2013 Homöopathie im BR: Peinlichkeit kennt keine Grenzen, GWUP-Blog am 24. April 2013 Bayerisches Fernsehen: Nur noch PR für Pseudomedizin? GWUP-Blog am 3. Mai 2013 Gefühllose Küchenschaben und Typhus: Homöopathie zwischen Komödie und Tragödie, GWUP-Blog am 27. Mai 2013 Homöopathie im deutschen Museum, GWUP-Blog am 5. Mai 2013 Skepkon: Parawissenschaften als gesellschaftlich akzeptierte Parallelwissenschaften, GWUP-Blog am 19. Mai 2013 Skepkon: Globuli und Pharmazie – eine Liebesgeschichte? GWUP-Blog am 19. Mai 2013 Die Homöopathie-Lüge oder Wie wirksam ist ein Buch? GWUP-Blog am 18. Mai 2013

       

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Tue, 28 May 2013 22:26:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16754/bayerisches-fernsehen-und-homoopathie-die-dritte
Schüßler-Salze oder Lecken an der Beethoven-Büste http://linzerschnitte.at/items/view/16748/schusler-salze-oder-lecken-an-der-beethoven-buste

Anfang des Monats berichteten wir hier darüber, dass das Landgericht Karlsruhe der Deutschen Homöopathie-Union (DHU) untersagt hat, mit Promis für Schüßler-Salze zu werben. Wer sich mit dem Thema Schüßler-Salze bislang noch nicht groß befasst hat, sei auf einen aktuellen Artikel im Bullshit-Blog hingewiesen: Beauty is nothing without brains! Ein Schüßler-Update.” Ein Auszug: Konsumenten-Verarsche bleibt es so oder so, und der eigentliche Skandal ist doch, dass derartiger offensichtlicher Unsinn überhaupt in den Regalen unserer Apotheken zu finden ist, denn unter den Homöopathie-Derivaten gibt es derzeitig  – völlig zu Recht -  wohl kaum eine Variante der “alternativen Medizin“, die einen so grottenschlechten Ruf zumindest bei denen genießt, die über ein Mindestmaß an mathematischen oder naturwissenschaftlichen Kenntnissen verfügen,  wie die Biochemie nach Schüßler. Allenfalls Bachs Blütentherapie oder die neue Varianten der Homöopathie, PraNeoHom – Homöopathie nach Körbler, bei der nicht mehr Mittel verabreicht werden, sondern kryptische Bildchen auf Körperstellen gepinselt werden, sind in der Lage, noch mehr Hohngelächter zu erzeugen; was natürlich die jeweilige Glaubensgemeinschaft in ihren Überzeugungen noch sicherer macht […] Also mit Biochemie, wie sie üblicherweise verstanden wird, hat dieses Heilverfahren nichts zu tun, mit Medizin ebenfalls nicht. Es ist eher Beleg dafür, dass auch mehr oder weniger durchgeknallte Irre, gewaltige Spaßvögel oder furchtbare Dilettanten durch die konsequent betriebene Umsetzung ihrer dümmsten Ideen zu einer gewissen Berühmtheit gelangen können. Wir können deshalb die Darstellung der Theorie auf einige wenige Sätze reduzieren, was sicher ganz im Sinne Schüßlers gewesen wäre. Einem unbegabten Arzt des 19. Jahrhunderts war nicht nur die damaligen Medizin zu kompliziert, sondern auch ihr Gegenentwurf, die Homöopathie nach Hahnemann. Um anstrengender diagnostischer und therapeutischer Tätigkeit zu entgehen, hat er dann ein Heilverfahren mit lediglich 12 Mineralstoffen erfunden, deren angeblicher Mangel angeblich für alle Krankheitszustände verantwortlich war, und deren Zufuhr in kleinsten Dosierungen angeblich alle Krankheiten beseitigen konnte. Die Auswahl des jeweils passenden Salzes erfolgt über die sogenannte Antlitzdiagnose, bei der angeblich untrügliche Zeichen im Gesicht auf den angeblichen Mangel hinweisen. Glaubt man Schüßler, lässt sich diese Diagnose nicht erlernen, sondern ergibt sich aus den „Erfahrungen“ des Therapeuten. Um den angeblichen Mineralmangel zu beheben, soll das fehlende Salz in homöopathischer Verdünnung eingenommen werden. Die Atome des Salzes wandern angeblich in die kranken Zellen und locken dort angeblich durch ihre Bewegung weitere Minerale in die Zellen. Ernstzunehmende Belege für die Schüßlerschen Thesen gibt´s nicht, was nicht wundert, denn die abenteuerlichen Behauptungen Schüßlers widersprachen dem medizinischen und chemischen Wissen schon zu dessen Lebzeiten – und das hat sich bis heute nicht geändert.” Zum Weiterlesen:

Beauty is nothing without brains! Ein Schüßler-Update, Bullshit-Blog am 14. Mai 2013

 

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Tue, 28 May 2013 10:21:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16748/schusler-salze-oder-lecken-an-der-beethoven-buste
Gefühllose Schaben und Typhus: Homöopathie zwischen Komödie und Tragödie http://linzerschnitte.at/items/view/16744/gefuhllose-schaben-und-typhus-homoopathie-zwischen-komodie-und-tragodie

Dieser Tage habe ich mal wieder Pressemitteilungen eines Homöopathie-Verlags auf den Schreibtisch bekommen. Na ja, zuerst habe ich die Texte für einen Jux oder Realsatire gehalten – aber die meinen das wirklich ernst. Ein neues Buch heißt zum Beispiel “Der Erde entfliehen” und handelt von “Insekten in der Homöopathie”. In der Ankündigung heißt es unter anderem: Patienten, die ein Insektenmittel benötigen, wirken oft emotionslos, strukturiert und penibel. Sie stehen im ständigen Konkurrenzkampf und sind materialistisch [...] Der englische Homöopath Peter Fraser beschreibt die gefühllose Küchenschabe Blatta orientalis, die verwirrte Schlanklibelle Enallagma carunculatum, die reizbare Wüstenheuschrecke Schistocerca gregaria, den ängstlichen Totenkopfschwärmer Acherontia atropos und den hochtoxischen Pfauenspinner Lonomia obliqua. Gekonnt zieht er Parallelen zwischen Verhalten und Lebensraum der Insekten und deren homöopathischen Eigenschaften. Dabei zeigt er bildhaft die oft kaum wahrnehmbaren Unterschiede zwischen den einzelnen Mitteln. Die Schriftenreihe ,Zwischen Himmel und Erde’ umfasst Mittel wie Spinnen, Schlangen und Vögel, die sich zwischen Meer, Erde, Himmel und Unterwelt bewegen.” Aha. Küchenschaben sind also gefühllos und Libellen verwirrt. Woher weiß Peter Fraser das? Ist er Insekten-Psychologe? Beherrscht er die Sprache der Tiere, wie weiland König Salomo und Dr. Dolittle? Oder schwebt er einfach nur völlig losgelöst “zwischen Himmel und Erde”, wo es ja angeblich mehr Dinge gibt, als unsere Schulweisheit … Bla, bla. Für einen kurzen Moment stellte ich mir vor, eine szenische Lesung aus “Der Erde entfliehen” bei der nächsten Skepkon zu veranstalten. Aber vermutlich würde uns niemand glauben, dass es tatsächlich solche Homöopathiebücher gibt, und man würde uns mal wieder der “Verächtlichmachung der Homöopathen” zeihen. Also versuchen wir ernst zu bleiben. Deutlicher als Peter Fraser kann man kaum zum Ausdruck bringen, dass Homöopathie nichts weiter als eine Form von sympathetischer Magie und … … ihr Ähnlichkeitsprinzip dem bei Naturvölkern verbreiteten Analogiezauber verwandt ist”, wie Dr. Rainer Wolf vom GWUP-Wissenschaftsrat hier erklärt. Das stellen übrigens auch herausgehobene Befürworter des Huschi-Fuschi-Verfahrens nicht in Abrede, wie etwa Prof. Harald Walach, der in einem Interview sagt: Homöopathie ist meiner Meinung nach einfach sehr systematisierte Magie.” Gut zu wissen. Denn Homöopathie wäre im Grunde nur dann halbwegs akzeptabel, wenn ihre Anbieter sich genau darüber im Klaren wären, dass sie ihre Patienten lediglich ein wenig bespaßen, bis die Erkrankung (sofern nicht chronisch oder lebensbedrohend) von selbst wieder verschwindet. Das sind sie sich aber leider nicht – und hier beginnt die Tragödie. Im aktuellen Spiegel (22/2013) finden wir auf Seite 55 die Geschichte “Nebenwirkungen” von Barbara Supp. Die Autorin beschreibt darin, wie sie sich nach einer Asien-Reise plötzlich unwohl fühlt und einen Arzt aufsucht. “Versehentlich” gerät sie auf dem Weg zur Arbeit an einen Homöopathen, “zum ersten Mal”. “Zweifelnd” nimmt sie die weißen Kügelchen, die er verschreibt: Dann kam das Fieber. Er kam zum Hausbesuch, brachte Kügelchen mit. Das Fieber stieg.” Erst Supps Lebensgefährte … … vertrieb den Homöopathen, holte eine schulmedizinische Hausärztin, die überwies mich sofort in eine Klinik. Wo man herausfand, dass ich an Typhus litt.” An dieser Stelle könnte der Artikel eigentlich bereits zuende sein – und vielleicht das Internet-Portal “What’s the harm in homeopathie?” um eine weitere Fallgeschichte reicher. Aber die Spiegel-Autorin ist fair. Denn natürlich gibt es auch in der wissenschaftsbasierten Medizin schlechte Ärzte und Fehldiagnosen. Barbara Supp wird beim Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) vorstellig und schildert ihren Fall. Dort versichert man der Journalistin, es habe sich um ein individuelles Fehlverhalten des Arztes gehandelt. Der Fehler habe aber “nichts mit der Homöopathie zu tun”. Der Homöopath im Allgemeinen sei nicht so. Auch hier könnte der Spiegel-Artikel wiederum enden, mit einer harmonischen Pseudo-Ausgewogenheit, wie wir es zum Beispiel 2011 bei der 10:23-Aktion in Köln erlebt hatten. Dort lud der WDR flugs einen “homöopathischen Arzt” ins Studie ein, der die Globuli-Überdosis der Skeptiker “einordnen” sollte und wortreich erklärte, warum kein Effekt auftrat. Natürlich dachte die Redaktion keine Sekunde daran, die lahmen Homöopathen-Ausreden ihrerseits nochmal kritisch zu hinterfragen. Ganz anders Barbara Stupp. Sie wollte wissen, was von dem DZVhÄ-Statement und den “schönen Geschichten” der Homöopathen konkret zu halten ist. Also fuhr sie Anfang Mai zum Deutschen Homöopathie-Kongress nach Weimar. Dort erlebt die Journalistin Folgendes: Und dann steht man an einem Verkaufstisch in dieser Weimarer Kongresshalle, neben sich eine Homöopathin, es gibt DCs und DVDs als Schulungsmaterial zu kaufen, zum Beispiel für die homöopathische Krebsbehandlung, es gebe sehr gute Krebsärzte unter den Homöopathen. Gute Heiler, sagte der Mann vom Stand.” Dass es jemals einen homöopathischen Standesvertreter gegeben hätte, der dieses wahnwitzige Treiben “einordnet”, oder vielleicht sogar eine öffentliche Distanzierung der sich “seriös” dünkenden Homöopathenverbände von den Aktivitäten der Wurster, Frass und Co., wäre uns zumindest neu. Von Gesundheitspolitikern gar nicht erst zu reden. Und spätestens hier, abseits von reizbaren Wüstenheuschrecken und ängstlichen Totenkopfschwärmern, hört jeder Spaß auf. Zum Weiterlesen:

Nebenwirkungen – Wie ich die Homöopathie nur knapp überlebte, Der Spiegel Nr. 22/2013 Ist die Wirksamkeit der Homöopathie endlich wissenschaftlich bestätigt? Oder: Heilt Homöopathie Krebs? skeptiker.ch am 24. April 2013 Gesamtschau der Studien zur Homöopathie, Detritus am 27. April 2013 Homöopathie: Wenn Skeptiker Hoffnungen zerstören, GWUP-Blog am 18. April 2013 Was hat die GWUP gegen Homöopathie? Teil I, GWUP-Blog am 1. Februar 2011 Homöopathie: Parallelwelt ohne Naturgesetze, Teil II,  GWUP-Blog am 2. Februar 2011 Medizin ohne geistige Umweltverschmutzung,Teil III, GWUP-Blog am 3. Februar 2011 Homöopathie: Unmögliches muss man nicht erklären, Teil IV, GWUP-Blog am 4. Februar 2011 Skeptiker als Pharma-Söldner? GWUP-Blog am 21. April 2013 Homöopathie ist Irrtum, Psiram am 7. April 2013 In Sachen Homöopathie – Noch’n Buch, dieausrufer am 26. Mai 2013 Beurteilungskriterien zur Aussagekraft von wissenschaftlichen Studien zur Homöopathie, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 16. Mai 2013 Eine anmaßende Gesundheitsministerin und ihr Problem mit der Naturwissenschaft, Plazeboalarm am 27. Mai 2013

   

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Mon, 27 May 2013 19:38:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16744/gefuhllose-schaben-und-typhus-homoopathie-zwischen-komodie-und-tragodie
Esoterik in der “Zeit” – jetzt alle Beiträge online http://linzerschnitte.at/items/view/16734/esoterik-in-der-zeit-jetzt-alle-beitrage-online

Das Esoterik-Spezial der “Wissens”-Redaktion der Zeit, über das wir hier berichtet haben, ist jetzt auch online erschienen. Es besteht aus den Beiträgen:

Was suchen die da?

Channeling, Lichttherapie, Feng Shui, Wahrsagen und viele weitere esoterische Praktiken erleben einen Boom. Was steckt dahinter?”

Die Suchenden:

Das Gefühl, in einer von der empirischen Wissenschaft dominierten Welt festzustecken, treibt die Leute massenweise der Esoterik zu …”

Die Anbieter:

Viele Protagonisten der neuen Esoterik sind keine Gurus, sondern Dienstleister. Um das Jahr 2005 herum sei die Zahl der Anbieter sprunghaft angestiegen, hat die Okkultismusforscherin Doering-Manteuffel beobachtet.”

Die Multiplikatoren:

Tatsächlich löst Happinez Grenzen auf zwischen der Esoterik und den Themen aus Literatur, Philosophie, Psychologie und Religion. Im Ergebnis geht das alles wunderbar durcheinander …”

Die Opfer:

Was aber, wenn die Vernunft aussetzt, wenn Heiler und Gurus den Glauben ihrer Anhänger gnadenlos ausnutzen?” Zum Weiterlesen:

Happinez – Handlesen leicht gemacht, Mutterwitz-Blog am 11. Juni 2010 Häppchen für den Hai: Bella Luna ist da, GWUP-Blog am 23. November 2010 Der nächste Spinnkram: Bella Luna, GWUP-Blog am 1. November 2010 Wie Esoterik die Köpfe leert und die Kassen füllt, GWUP-Blog am 15. April 2013 Esoterischer Selbstversuch: “Erleuchtung gefällig?”, GWUP-Blog am 13. April 2013 Die super-medialen Kinder, GWUP-Blog am 14. Mai 2013 Skepkon: Nazis über uns? Der Mythos Neuschwabenland, GWUP-Blog am 19. Mai 2013 Skepkon: Parawissenschaften als gesellschaftlich akzeptierte Parallelwissenschaften, GWUP-Blog am 19. Mai 2013

 

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Sun, 26 May 2013 16:49:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16734/esoterik-in-der-zeit-jetzt-alle-beitrage-online
Batman ist Wissenschaftler und Donald Duck Skeptiker http://linzerschnitte.at/items/view/16735/batman-ist-wissenschaftler-und-donald-duck-skeptiker

Mitunter, wenn mir eine ermüdende Diskussion zum Thema Wissenschaft, Pseudowissenschaft und Skeptizismus mal wieder zu blöd wird, werfe ich relativ sinnfrei ein Homer-Simpson-Zitat in die Runde: Batman ist (auch) Wissenschaftler.” Zu hören in dieser Szene: Direktlink zum Video auf Youtube Künftig kommt vielleicht noch der Satz Donald ist auch Skeptiker” dazu. Denn der jmb-Verlag in Hannover hat uns freundlicherweise auf den “Klub der Skeptiker” im Lustigen Taschenbuch Nr. 411 aufmerksam gemacht – hier gibt es den entsprechenden Ausriss zu sehen. Anscheinend existiert in Entenhausen schon “seit 1920″ ein “Klub der Skeptiker”, der in der Geschichte “Unerklärliche Funde” vorkommt. In der Inhaltsangabe heißt es: Donald und seine Neffen machen in der Nähe einer archäologischen Fundstätte einen Campingurlaub. Sofort sind Tick, Trick und Track völlig begeistert davon, den Forschern über den Rücken zu schauen, während Donald es bevorzugt, auf seinem mitgebrachten Fernseher seine Lieblings-Mystery-Serie zu sehen. Da ereignet sich auf der Fundstätte Rätselhaftes: Es wird ein Tontopf gefunden, dessen Inschrift auf eine moderne Herstellung hinweist. Allerdings ergeben Analysen des Stoffes, dass er mehr als 1000 Jahre alt sein muss. Während Donald abstruse Theorien aufstellt, in der Aliens eine große Rolle spielen, gehen Tick, Trick und Track den Fakten nach. Als Donald merkt, dass die drei wegen ihrer Mitarbeit auf der Fundstätte gewisse Vorteile auf ihrer Suche nach Beweisen haben, folgt er ihnen und erhält eine Information, welche ihn in die Ulmengasse führt. Dort war vor kurzer Zeit ein Auto verschwunden, dass auf die gleiche Weise wiederaufgetaucht zu sein schien, wie der Tontopf. Donald erhascht durchs Fenster des Hauses den Blick auf einen Außerirdischen im Anzug, welcher an einer Maschine arbeitet. Donald lockt diesen in eine Falle und ruft Presse und Archäologen zusammen, um ihnen seinen Fund zu präsentieren. Vor den versammelten Journalisten stellt sich heraus, dass unter der Maske Daniel Düsentrieb anstatt eines Aliens steckt. Er hatte den Anzug an, da er ihn vor gefährlicher Strahlung schützen sollte. Der Klub der Skeptiker lädt Donald letztlich zu einer speziellen Auszeichnung ein. Diese entpuppt sich als Statue von ihm in der “Ruhmeshalle für denkwürdige Dummköpfe”. Klingt ziemlich realitätsnah. Nur dass solche “speziellen Auszeichnungen” heute nicht in Form von Bildnissen verliehen werden – sondern als “Goldenes Brett vorm Kopf”. Ansonsten passt’s. Zum Weiterlesen:

“Ich bin ja auch Skeptiker …”, GWUP-Blog am 6. Mai 2013 Lisa the Skeptic bei Wikipedia Weltuntergang in Entenhausen: Das Orakel der Maya, Astrodicticum simplex am 26. Oktober 2012

 

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Sun, 26 May 2013 16:05:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16735/batman-ist-wissenschaftler-und-donald-duck-skeptiker
Neuer Blog: “Verraten Tote Geheimwörter?” und mehr http://linzerschnitte.at/items/view/16733/neuer-blog-verraten-tote-geheimworter-und-mehr

Klaus Schmeh ist GWUP-Mitglied und ein viel gefragter Experte für Kryptographie. “Kryptographie” war ursprünglich die Wissenschaft der Verschlüsselung von Informationen und daher kann Schmeh immer wieder wichtige Beiträge zu GWUP-relevanten Themen wie “Der Bibelcode” oder “Das Voynich-Manuskript” leisten. Auch den einen oder anderen Science-Slam hat er schon mit diesen Themen bestritten: Direktlink zum Video auf Youtube Vor wenigen Tagen hat der Diplom-Informatiker einen Skeptiker-Artikel bei Telepolis zweitveröffentlicht. Darin geht es um ein skurriles “übersinnliches” Experiment des britischen Parapsychologen Robert Thouless: Er verschlüsselte eine Nachricht in einer Form, die seiner Meinung nach nicht zu knacken war, und kündigte an, nach seinem Tod – sofern möglich – die Lösung aus dem Jenseits zu übermitteln. Sollte dies gelingen, dann wäre bewiesen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und dass Tote mit Lebenden kommunizieren können. Eine der größten Sensationen der Wissenschaftsgeschichte wäre perfekt.“ Mit der Betonung auf “wäre”, denn bislang hat niemand das geheimnisvolle Schlüsselwort von “Drüben” empfangen. Schmehs Text wird in dem Online-Forum angeregt diskutiert und verzeichnet bis zur Minute 174 Kommentare. Seit einiger Zeit betreibt Schmeh auch den Blog Klausis Krypto Kolumne, den wir heute in die GWUP-Blogroll aufgenommen haben. In seinem Weblog schreibt Schmeh zum Beispiel über “Ein seltsames Buch mit einer seltsamen Verschlüsselung” oder über ein altes Manuskript, das vom Teufel persönlich verschlüsselt worden sein soll. Klingt spannend!

Zum Weiterlesen:

Klausis Krypto Kolumne Skurriles Experiment: Verraten Tote Geheimwörter? Telepolis am 20. Mai 2013 Klaus Schmeh: Nicht zu knacken – Von ungelösten Enigma-Codes zu den Briefen des Zodiac-Killers. Hanser-Verlag, München 2012 Klaus Schmeh: Planeten und Propheten. Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2006 Die Geheimnismaschinen, einestages am 9. November 2009 Die Geheimnisse der Enigma, einestages am 11. August 2010 Ungelöste Rätsel: Von Voynich bis Zodiac, GWUP-Blog am 3. März 2012 Hellseher-Casting: Verdiente Siegerin? GWUP-Blog am 4. März 2011 Entzaubert: “Bibelcode” mit Cosma Shiva Hagen, GWUP-Blog am 21. August 2008

 

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Sun, 26 May 2013 15:06:00 +0200 http://linzerschnitte.at/items/view/16733/neuer-blog-verraten-tote-geheimworter-und-mehr